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Rückschau auf Active-Seminar in Hude (30.10.2008)

Rückschau auf Active-Seminar in Hude (30.10.2008)

Zum ersten Active Seminar der Saison 2008/2009 am 30.10.2008 im Active-Center Hude (bei Oldenburg) konnte Amazone rund 130 Landwirte, Berater und Lohnunternehmer begrüßen. Das Leitthema des eintägigen Seminars lautete „Sparpotentiale bei Standort angepassten Verfahren in Weser-Ems“. Nachfolgend finden Sie einen Kurzbericht sowie die Vortragspräsentationen der Referenten.´

 

Als erster Referent stellte Dr. Thomas Wilde, Amazone-Produktmanager, Erkenntnisse „aus 16 Jahren anwendungsorientierten Feldversuche bei Amazone“ vor.

Die Amazone-Versuchsanlagen in verschiedenen Regionen Deutschlands (insgesamt über 1.000 ha Fläche) entsprechen unterschiedlichen Einflussfaktoren wie z.B. Klimaverhältnissen, Bodenarten, Fruchtfolgen und Betriebsstrukturen.
So stehen

  1. Amazone-Versuche auf Fehmarn für Hochertragsregionen auf mittelgroßen Standorten mit Produktionsschwerpunkt im Ackerbau
  2. Amazone-Versuche in Huntlosen (bei Oldenburg) für Regionen auf mittelleichten Standorten mit Getreideproduktion und Veredelung auf vorherrschend kleinen Flächen
  3. Amazone-Versuche in Leipzig für Regionen mit einer Begrenzung des Ertragsniveaus durch Trockenheit, der Produktionsschwerpunkt liegt hier im Ackerbau auf großen Flächen.

Das Fazit der langjährigen Erkenntnisse aus allen Versuchen lautet:

  • Angepasste Bodenbearbeitungstiefen bringen unter kontinental geprägtem Klima mit geringen Niederschlägen < 550 mm Vorteile
  • An Strohmenge und Boden angepasste Bearbeitungstiefen zwischen 12 cm und 18 cm schonen den Wasservorrat in der Krume
  • Das Ertragsniveau der Pflugvarianten kann bei pfluglosen Verfahren gehalten werden
  • Mit Standort angepassten Bodenbearbeitungsstiefen kann die Arbeitszeit für die Bestellung halbiert werden und ca. 1/3 Kraftstoff für Bodenbearbeitung und Bestellung eingespart werden

Präsentation zum Vortrag von Dr. Thomas Wilde als PDF-Datei.

Kostengünstige Bestellverfahren vom Sandboden bis zur schweren Marsch waren Thema von Jan Juister von der Juister Pflanzenbauberatung. Juister, der für 60 landwirtschaftliche Betriebe im nördlichen Weser-Ems Gebiet eine Pflanzenbauberatung unterhält, führt darüber hinaus gemeinsam mit Partnern landwirtschaftliche Feldversuche durch. Juister zeigte anhand der Einflussfaktoren Fruchtfolge, Erntequalität, Arbeitsqualität, Sortenwahl, Standorteigenschaften und Bodenfruchtbarkeit verschiedene Kriterien auf, die es zu beachten gilt, um den Bodenbearbeitungsaufwand zu verringern und die Kosten zu reduzieren. Juister berichtete weiter, dass auf den unterschiedlichsten Standorten mit Hilfe der konservierenden Bodenbearbeitung ein verbesserter Wasserhaushalt und mehr Tragfähigkeit erreicht werden konnte.

Präsentation zum Vortrag von Jan Juister als PDF-Datei.

Eine optimistische Einschätzung zum aktuellem Stand und der Fortentwicklung von GPS-basierten Fahrzeugsteuerungen gab Prof. Yves Reckleben von der Fachhochschule Rendsburg. Er bewertete manuelle und automatische Parallelfahrsysteme und deren Wirtschaftlichkeit. Neu-Einsteigern in diese Technik riet Prof. Reckleben, nur in solche Systeme zu investieren, die in Zukunft weiter updatefähig sind, um alle Vorteile der weiteren Entwicklungen nutzen zu können.

Eine optimistische Einschätzung zum aktuellem Stand und der Fortentwicklung von GPS-basierten Fahrzeugsteuerungen gab Prof. Yves Reckleben von der Fachhochschule Rendsburg. Er bewertete manuelle und automatische Parallelfahrsysteme und deren Wirtschaftlichkeit. Neu-Einsteigern in diese Technik riet Prof. Reckleben, nur in solche Systeme zu investieren, die in Zukunft weiter updatefähig sind, um alle Vorteile der weiteren Entwicklungen nutzen zu können.

Präsentation zum Vortrag von Prof. Reckleben als PDF-Datei.

Tjard Ommen, ebenfalls Pflanzenbauberater für rund 60 Betriebe im nördlichen Weser-Ems Gebiet und im Versuchswesen aktiv, referierte über „Angepasste Bestandespflege unter schwierigen Witterungsbedingungen“. Das Fazit seines Vortrages lautete: „Um angepassten Aufwand im Pflanzenbau zu betreiben, muss man von Standardmaßnahmen mit Standardaufwandmengen Abstand nehmen. Dazu braucht man fundierte Kenntnisse über Erregeraufkommen sowie deren Schadpotenzial. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung macht die Bestände robust gegen Umwelteinflüsse. Die große Unbekannte bleibt aber das Wetter von morgen. Ein generelles Versicherungsdenken bringt hier jedoch genauso wenig weiter, wie falsch verstandene Sparsamkeit.“

Tjard Ommen, ebenfalls Pflanzenbauberater für rund 60 Betriebe im nördlichen Weser-Ems Gebiet und im Versuchswesen aktiv, referierte über „Angepasste Bestandespflege unter schwierigen Witterungsbedingungen“. Das Fazit seines Vortrages lautete: „Um angepassten Aufwand im Pflanzenbau zu betreiben, muss man von Standardmaßnahmen mit Standardaufwandmengen Abstand nehmen. Dazu braucht man fundierte Kenntnisse über Erregeraufkommen sowie deren Schadpotenzial. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung macht die Bestände robust gegen Umwelteinflüsse. Die große Unbekannte bleibt aber das Wetter von morgen. Ein generelles Versicherungsdenken bringt hier jedoch genauso wenig weiter, wie falsch verstandene Sparsamkeit.“

Präsentation zum Vortrag von Tjard Ommen als PDF-Datei.

Abgerundet wurde das Programm durch das Referat von Burkhard Fromme, praktischer Landwirt aus Königslutter bei Helmstedt und Mitglied der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e.V.. Fromme hat auf seinem 130 ha-Betrieb seit 2002 eigene Versuche durch. Jüngst wurden nach der Weizenernte Zwischenfrüchte in die Stoppeln gesät und knapp zwei Monate später dann erneut Weizen direkt in die Zwischenfruchtbestand bestellt. Der Bestand entwickelt sich z. Zt. erfolgversprechend.
Ziel der Anbauversuche ist es, geeignete Sorten für den Zwischenfruchtanbau und zur Winterbegrünung zu finden.
Gerade im Hinblick auf gewisse Fruchtfolgekrankheiten beim Anbau von Raps muss die Auswahl der Winterbegrünung überdacht werden.

Abgerundet wurde das Programm durch das Referat von Burkhard Fromme, praktischer Landwirt aus Königslutter bei Helmstedt und Mitglied der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e.V.. Fromme hat auf seinem 130 ha-Betrieb seit 2002 eigene Versuche durch. Jüngst wurden nach der Weizenernte Zwischenfrüchte in die Stoppeln gesät und knapp zwei Monate später dann erneut Weizen direkt in die Zwischenfruchtbestand bestellt. Der Bestand entwickelt sich z. Zt. erfolgversprechend. Ziel der Anbauversuche ist es, geeignete Sorten für den Zwischenfruchtanbau und zur Winterbegrünung zu finden. Gerade im Hinblick auf gewisse Fruchtfolgekrankheiten beim Anbau von Raps muss die Auswahl der Winterbegrünung überdacht werden.

Präsentation zum Vortrag von Burkhard Fromme als PDF-Datei.

 

Bei der abschließenden Diskussion von Referenten und Zuhörern bestand kein Zweifel daran, dass es unabdingbar ist, sich flexibel den Boden- und Witterungsbedingungen anzupassen. Hier liegen Potentiale, um Kosten zu sparen. Allgemeingültige Erfolgsrezepte gibt es jedoch nicht, vielmehr muss man sich flexibel an die unterschiedlichen Gegebenheiten in den Regionen, aber auch an die Witterungsverläufe in den jeweiligen Jahren anpassen. Nachfolgend nun einige grundsätzliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Diskussion.

  1. Vor dem Hintergrund unterschiedlicher Vorgehensweisen stellte Dipl. Ing. Bernd Gattermann, ehemaliges Mitglied der Geschäftsführung bei Amazone und heute im Ruhestand, verschiedene Gemeinsamkeiten heraus. Unabhängig vom Standort sollte man sich stets an drei grundsätzlichen Voraussetzungen orientieren.
    1. Das Stroh muss verrotten können. Dies kann man z.B. über eine Einmischung bei der Bodenbearbeitung erreichen, aber z.B. auf tonigen, feuchten Standorten auch durch eine Verrottung in nachgebauten Zwischenfrüchten. Beide Vorgehensweisen erfüllen den gleichen Zweck.
    2. Nur ein gut funktionierender Gasaustausch (Sauerstoff hinein, CO2 heraus aus dem Boden) ermöglicht den Pflanzenwurzeln das Wachstum im Boden.
    3. Nur eine funktionierende Wasserführung stellt sicher, dass Regenwasser schnell versickern und andererseits Kapillarwasser zu den Wurzeln gelangen kann.

      Um Gasaustausch und Wasserführung sicherzustellen, ist ein bestimmtes Porenvolumen erforderlich. Dieses wiederum kann durch Bodenbearbeitungsmaßnahmen oder durch die Regenwurmpopulationen erreicht werden. Quellende und schrumpfende Tonböden brechen oft von allein auf, wenn der Wassergehalt des Bodens dies zulässt. Auf humusarmen Sandböden hingegen ist dies oftmals nur durch geeignete Bodenbearbeitungsmassnahmen mit anschließender Rückverfestigung möglich.
  2. Das beste praktische Hilfsmittel für eine Beurteilung der Bodenzustände ist nach wie vor die Spatenprobe. Schon der Eindringwiderstand zeigt mögliche Verfestigungshorizonte, das Profil liefert außerdem Erkenntnisse zur Durchwurzelung des Bodens.
  3. Alle Referenten bestätigten, dass es bei der Umstellung von der wendenden Bodenbearbeitung zu konservierenden Verfahren im dritten oder vierten Jahr zu Ertragsdepressionen kommen kann. Ursache dafür ist vermutlich, dass sich Bodenstruktur und -leben in dieser Phase umstellen. Danach kommt es aber wieder zu normalen Erträgen. Auf keinen Fall sollte man in dieser Phase erneut pflügen, da die Erträge in den Folgejahren wieder auf ein normales Niveau steigen.
  4. Verdichtungen auf Sandböden mit geringen Humusgehalten liegen nach Erfahrungen von Jan Juister in maximal 15 cm Tiefe und können mit einer 15 bis 20 cm tiefen Lockerung des Bodens wieder aufgebrochen werden. Durch den Mischeffekt werden zugleich die tiefer verlagerten Humusbestandteile wieder nach oben geholt. Besonders wichtig auf humusarmen Standorten ist, es das Stroh zu häckseln sowie eine organische Düngung und/oder Gründüngung durchzuführen.
  5. Eine Bearbeitung des Bodens sollte immer in möglichst trockenem Zustand durchgeführt werden. Ist im Verlauf einer Fruchtfolge eine tiefere Lockerung erforderlich, dann sollte man den Boden ausreichend rückverfestigen und anschließend nicht Getreide, sondern eine Frucht anbauen, die den Boden tiefer durchwurzelt.