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Rückschau Active-Seminar für Lohnunternehmer in Hude (18.02.2009)

Rückschau Active-Seminar für Lohnunternehmer in Hude (18.02.2009)

Unter der Überschrift „Als Lohnunternehmer erfolgreich im Ackerbau“ berichteten am 18.02.2009 sechs Referenten im Active-Center Hude über Lohnunternehmer-relevante Themen. Rund 80 Lohnunternehmer waren der Amazone-Einladung gefolgt und erlebten eine hochinteressante Vortragsveranstaltung.

Die nachfolgende Liste zeigt die Vortrags-Themen und Referenten zunächst im Überblick. Klicken sie auf die Vortrags-Titel und sie gelangen zu den jeweiligen Zusammenfassungen sowie den Vortragspräsentationen.

Übersicht der Vorträge 

 


 

Chancen für den Lohnunternehmer durch turbulente Märkte?
Entwicklungen auf den Märkten für Getreide und Ölsaaten.
Dr. Herbert Funk, Markt- und Absatzfragen, Landwirtschaftskammer Niedersachsen 
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Dr. Herbert Funk, Experte für Markt- und Absatzfragen von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, erklärte die Preisentwicklungen auf den Märkten für Getreide und Ölsaaten und ihre Hintergründe. Ähnlich wie die letzten Jahre durch Höhen und Tiefen der Preisentwicklung geführt hätten, rechnet der Experte für die Zukunft weiterhin mit großen Preisschwankungen, die sogar noch heftiger ausfallen könnten. Langfristig, so die Prognose von Dr. Funk, dürften die Preise vom Trend her jedoch eher steigen als fallen. Natürlich wisse man heute noch nicht, ob sich zusätzliche Einflüsse auf die zukünftige Entwicklung der Preise auswirken könnten (zum Beispiel Protein aus Algenprodukten, Gentechnik mit hohen Ertragssteigerungen).

Auf jeden Fall seien Landwirte heute mehr als früher gefordert, sich mit diesen Preisschwankungen und ihren Konsequenzen auseinanderzusetzen. So hätte man in der Vergangenheit z.B. mit Verträgen oder Terminkontrakten Preisrückgänge kompensieren können. Deshalb empfahl Dr. Funke für Landwirte, mehr Zeit in die Betriebsführung zu investieren, insbesondere in die Marktbeobachtung sowie Risikosteuerung zu investieren. Wenn die Landwirte zukünftig aber mehr Zeit für diese Arbeiten benötigen, so sah Dr. Funk eine zusätzliche Chance, dass diese Landwirte zukünftig mehr Arbeiten an überbetriebliche Dienstleister wie Lohnunternehmer übertragen könnten. Es sei sinnvoller die Marktbeobachtung zu intensivieren und dann vielleicht auch mal die eine oder andere Arbeit fremd zu vergeben.

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Kann der Lohnunternehmer kostengünstiger bestellen?
Ergebnisse, Geräte und Verfahren.
Dr. Thomas Wilde, AMAZONE 
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„Es ist unsere Aufgabe als Landmaschinenhersteller, den Kunden solche Maschinen zur Verfügung zu stellen, mit denen sie kostengünstig produzieren können“, so leitete Dr. Thomas Wilde, Produktmanager von Amazone, seinen Vortrag ein. Dr. Wilde stellte den Lohnunternehmern zunächst ein Deutschland-weit gespanntes Netz von Kooperationen mit Landwirten, Wissenschaftlern und Kammern vor, mit deren Hilfe Amazone unter verschiedensten Standortbedingungen untersuche, wie viel Aufwand für Bodenbearbeitung und Bestelltechnikaufwand erforderlich sind, um die Erträge zu sichern. „Die Ackerbaukompetenz, die sich daraus ergibt, fließt in die Entwicklung der Amazone-Maschinen ein“, so Dr. Wilde.

Dr. Wilde stellte als Beispiele vier verschiedene Versuchs-Standorte in verschiedenen Regionen Deutschlands vor. Auf diesen Standorten vergleicht Amazone im großtechnischen Maßstab die Auswirkungen verschiedener Bodenbearbeitungs-Verfahren von der Pflugsaat über die Mulchsaat bis hin zur Direktsaat. Mit Hilfe der Versuchsergebnisse von den Standorten Fehmarn (Hochertragsregionen auf mittelgroßen Standorten mit Produktionsschwerpunkt im Ackerbau), Huntlosen und Altenoythe (mittelleichte Standorte, Getreideproduktion und Veredelung auf vorherrschend kleinen Flächengrößen) sowie Kitzen (Ackerbau auf großen Flächenstrukturen, kontinental geprägtes Klima mit geringeren Niederschlägen und Frühsommer-Trockenheit) zeigte Dr. Wilde, dass unter den dortigen Bedingungen die Mulchsaat langfristig und ohne negative Auswirkungen auf die Erträge möglich ist. Zugleich ergeben sich als entscheidende Vorteile im Vergleich zur Bodenbearbeitung mit dem Pflug Kraftstoffeinsparungen bis zu 30 % und Arbeitszeiteinsparungen bis zu 50 %.

Grundsätzlich sollten für eine geringere Bodenbearbeitungintensität aber bestimmte Ansprüche erfüllt sein, so der Referent. Dazu zählten z.B. eine optimale Verteilung der Erntereste, wenig oder keine Fahrspuren, möglichst lange Zeitspannen zwischen Ernte und Bestellung. Auch phytosanitäre Aspekte sind zu beachten, führte Dr. Wilde weiter aus. So könne man bei einer weiten Fruchtfolge tendenziell mit geringer Bodenbearbeitungsintensität arbeiten als bei einer engen Fruchtfolge. In Regionen mit Monokulturen, zum Beispiel sehr viel Mais, oder bei nassen Erntebedingungen, bei kurzen Zeitspannen zwischen Ernte und Aussaat hingegen erfordern die Böden tendenziell eine tiefere Bearbeitung. Doch auch die tiefere Bodenbearbeitung könne man mit lockernden Werkzeugen durchführen, um die Zusatzvorteile in Form von Arbeitszeit- und Kraftstoffeinsparungen zu nutzen.

Zur Bedeutung der Bodenbearbeitung mit dem Pflug führte Dr. Wilde aus, dass es weiterhin bestimmte Standortbedingungen gebe, wo man nur nach einer Pflugfurche vernünftig bestellen könne. Überall dort aber, wo man mit weniger intensiven Bodenbearbeitungsverfahren erfolgreich arbeiten könne, brauche man dann die entsprechende Technik. Viele Einzelbetriebe, zum Beispiel in Veredelungsregionen, wollten diese Technik jedoch nicht selber anschaffen, so dass dort die Lohnunternehmer gefordert seien.

Wenn man hier als Lohnunternehmer die Leistungsfähigkeit moderner Bodenbearbeitungs- und Säkombinationen aktiv vermarktet, unter Umständen sogar das komplette Paket von der Stoppelbearbeitung bis zur Aussaat anbietet, so liegt der Gewinn auf beiden Seiten: Der Landwirt erhält mehr Leistung für sein Geld, der Lohnunternehmer vergrößert seinen Kundenstamm und festigt die Geschäftsbeziehung zu seinen Kunden.

Mit einer Säkombination aus Kreiselgrubber, Keilringwalze und RoTeC-Scheibenscharen z.B., die bei 3,0 m Arbeitsbreite bis zu 500 ha während der Herbstbestellung schafft, bietet man als Lohnunternehmer seinen Kunden alle Vorteile der modernen Bestellverfahren. Der Kunde wiederum kauft zu gleichen Kosten, d.h. Kapitalkosten und variablen Kosten, die bei einzelbetrieblicher Investition in weniger leistungsfähige Technik entstehen würden, deutlich bessere Leistungen ein. Hier gibt es zahlreiche Argumente, die für den Lohnunternehmereinsatz sprechen, wie z.B., dass die Flächen u.U. im Frühjahr früher mit dem Güllefass befahrbar sind und/oder dass bei später Ernte von Silomais tiefe Fahrspuren vermieden werden. Weitere Positiv-Effekte für die Kunden sind reduzierte Wind- und Wassererosionen oder das einfachere Einhalten von Cross-Compliance Auflagen.

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Technik speziell für Lohnunternehmer?
Teilflächenspezifische Bodenbearbeitung durch LU gegenüber
Eigenmechanisierung der Landwirte.
Harm Drücker, Institut für Landwirtschaftliche Verfahrenstechnik, Uni Kiel 
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Der Referent stellte Ansätze der teilflächenspezifischen Bodenbearbeitung vor und berichtete über einen Vorversuch in der Kampagne 2007/2008. So erfolgte im Rahmen des durch die „Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)“ geförderten Projektes “Förderung der Mulchsaat durch Entwicklung und Erprobung einer Sensor- und Verfahrenskombination zur Präzisionsbodenbearbeitung” eine teilflächenspezifische Bodenbearbeitung auf unterschiedliche Tiefen von 10 bzw. 18 cm. Der Versuch erfolgte auf einem 54 ha großen Versuchsschlag in Warleberg (Schleswig-Holstein), auf dem Winterweizen nach Raps angebaut wurde.

Parameter für die Tiefenbearbeitung waren in Variante 1 die Strohmulchauflage, indirekt bestimmt durch die Ertragskarte der Vorfrucht, in der Variante 2 (EM38) die Leitfähigkeit des Bodens und in der Variante 3, einer Reliefvariante, die unterschiedliche Bearbeitung je nach Höhenlage der Teilflächen. Die Referenz war eine gleichmäßig auf 18 cm tief bearbeitete Variante.

Im 240 PS-Versuchsschlepper wurden Daten über den Kraftstoffverbrauch und die Getriebegeschwindigkeit erfasst, über einen Radarsensor die tatsächliche Geschwindigkeit ermittelt. Zugkraftsensoren an den Unterlenkern erfassten den erforderlichen Zugkraftbedarf. Sämtliche Daten wurden im Sekundentakt aufgenommen, mit Hilfe eines GPS-Systems georeferenziert und auf einem Rechner abgespeichert. Als Bodenbearbeitungsgerät kam eine Amazone Grubber-Scheibeneggenkombination Centaur mit 3 m Arbeitsbreite zum Einsatz. Nachgerüstet wurde hier die Technik für die hydraulische Höhenverstellbarkeit des Grubberzinken-Rahmens sowie eine entsprechende Mess- und Regelungstechnik. Die Arbeitstiefe des Grubbers wurde als indirekter Wert über einen Winkelsensor ermittelt und ebenfalls zeit- und georeferenziert dokumentiert.

Aus den Messergebnissen konnten weitere Parameter wie Arbeitsleistung (ha/h), Kraftstoffverbrauch (l/ha) und Schlupf (%) bestimmt werden. Außerdem wurde der Versuchsschlag an 34 Punkten und an verschiedenen Terminen bonitiert (Feldaufgang, Pflanzendichte, Trockenmasse, Ähren) und im Zuge des Mähdruschs eine Ertragsmessung durchgeführt.

Die Versuche haben u.a. gezeigt, so Harm Drücker, dass man durch die teilfächenspezifische Bodenbearbeitung Kraftstoff sparen und zugleich die Flächenleistung erhöhen kann. So ergaben die Auswertung der verschiedenen Varianten im ersten Versuchsjahr Unterschiede von bis zu 2 l Kraftstoff pro ha, bei einer Erhöhung der Flächenleistung um bis zu 0,4 ha pro Stunde. Neben den jeweiligen Anteilen der unterschiedlichen Arbeitstiefen der Varianten übte dabei auch deren örtliche Verteilung einen grundsätzlichen Einfluss auf das Einsparungspotenzial aus. Im Hinblick auf die Erträge erwiesen sich alle Varianten annähernd ertragsneutral.

In seinem Ausblick führte Harm Drücker aus, dass nun weitere Versuche durchgeführt werden sollen, um die Einflüsse von Witterung, verschiedenen Bodenarten und Vorfrüchten zu ermitteln. Grundsätzlich seien heute die technischen Vorraussetzungen und die Praktikabilität einer teilflächenspezifischen Bodenbearbeitung gegeben. Speziell für Lohnunternehmer sah Drücker die teilflächenspezifische Bodenbearbeitung als angepasste Technik im Hinblick auf wachsende Anforderungen des Bodenschutzes. Zugleich ermögliche sie eine Effizienzsteigerung durch die höhere Schlagkraft und die Einsparung von Kraftstoff. Die erforderlichen Techniken und Informationen wie GPS, Ertragskartierung, EM38-Karten seien bereits häufig vorhanden. Und: Investitionen in die teilflächenspezifische Bodenbearbeitung dürften sich bei einem überbetrieblichen Einsatz sicherlich am schnellsten rentieren.

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Passen gezogene Großgeräte für Getreide und Mais zum Lohnunternehmer?
Beispiele und Ergebnisse aus Praxisversuchen.
Wilfried Koldehoff, AMAZONE
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Wilfried Koldehoff, Produktmanager für Großflächen-Sätechnik bei Amazone, zeigte auf, welche Verfahren und Maschinen in den Bereichen Stoppelbearbeitung, Grundbodenbearbeitung und Saat für den Lohnunternehmereinsatz in Frage kommen. Denn kleinere landwirtschaftliche Betriebe, insbesondere Veredelungsbetriebe, dürften zukünftig immer mehr Zeitaufwand in die Stallarbeit investieren und dafür die Feldarbeiten zunehmend an Lohnunternehmer übertragen. Der Trend zeige bereits in die Richtung, dass Lohnunternehmer nicht nur einzelne Verfahrensschritte im Ackerbau für ihre Kunden erledigen, sondern teilweise bereits die Komplettbewirtschaftung von Betrieben übernehmen.

Koldehoff stellte an den wichtigsten Ergebnissen des Amazone-Versuchswesens dar, dass unter den dort vorherrschenden Standortbedingungen
- Mulchsaatverfahren über die Jahre nicht nachteilig sind,
- der Einsatz passiver Sämaschinen sich nicht ertragsmindernd auswirkt,
- dabei die Verfahrenstechnik der relevante Erfolgsfaktor ist,
- das Strohmanagement das A & O des erfolgreichen Ackerbaus ist,
- Großflächentechnik auch auf kleinen Parzellen zum Einsatz kommt,
- Kompaktscheibeneggen, mehrbalkige (4) Grubber-Scheibeneggenkombination und effiziente Sätechniken (aktiv oder passiv) die Schlüsselmaschinen sind.

Mulchsaatverfahren unter Einsatz von Großflächenmaschinen würden nicht nur auf Großbetrieben, sondern auch im Lohnunternehmereinsatz Vorteile im Hinblick auf Kraftstoffverbrauch und Arbeitszeitbedarf bieten. Hinzu kommen bessere Möglichkeiten, die Kunden auch bei Arbeitsspitzen termingerecht zu bedienen. Als mögliche Vorbehalte gegen den Einsatz von Großflächentechnik auf kleineren Flächen stellte Koldehoff Zeitverluste am Vorgewende oder das Problem des Straßentransports in den Raum. Mittlerweile aber, so der Referent, sind die Großflächenmaschinen kompakt und vorgewende-freundlich gebaut, zugleich ist ein schneller und komfortabler Straßentransport möglich. Auch die Anpassung an unterschiedliche und wechselnde Böden ist heute dank der Möglichkeiten, Arbeitsdrücke und -tiefen der verschiedenen Werkzeuge hydraulisch zu verstellen, kein Problem mehr. Schadverdichtungen lassen sich durch den Einsatz großvolumiger Reifen, eventuell in Kombination mit Reifendruckregelanlagen vermeiden.

Die besten Möglichkeiten eines effizienten Maschineinsatzes aber bieten sich, wenn der Lohnunternehmer alle Arbeiten, ausgehend von der Strohverteilung beim Mähdrusch, über die Stoppelbearbeitung und tiefe Bodenbearbeitung bis zur Aussaat für seine Kunden durchführe, so Wilfried Koldehoff. In einem Komplettverfahren, wenn alle Einzelschritte optimal aufeinander abgestimmt sind, brauche man für die Aussaat auch nicht mehr unbedingt eine Maschine mit aktiv arbeitenden Werkzeugen. Damit könne man zwar multifunktionaler arbeiten und mögliche Fehler der vorhergehenden Arbeitsschritte wieder beheben. Wenn der Lohnunternehmer als Profi aber vorher alle Verfahrensschritte optimal in Eigenregie erledigen konnte, dann ermögliche eine Sämaschine mit passiv arbeitenden Werkzeugen bei gleicher Arbeitsbreite noch höhere Flächenleistungen. So lautete das Fazit von Wilfried Koldehoff: Der Einsatz von Großflächentechnik bietet Lohnunternehmern und ihren Kunden Vorteile für den Ackerbau, für die Schlagkraft und für die Ökonomie.

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Zulassung insektizider Beizmittel im Mais -
Neues zur Saison 2009
Steffen Walther, Amazone 
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In einem Kurzvortrag berichtete Amazone-Produktmanager Steffen Walther über Hintergründe und aktuelle Entwicklungen rund um die Zulassung insektizider Beizmittel im Mais. Dazu stellte er das „Airkit ED“ als JKI geprüfte und zugelassene Abluftführung für die Amazone-Einzelkornsämaschinen ED 01, RPED und ED02 vor. Das „Airkit ED“ kann bei Gebrauchmaschinen nachgerüstet werden und bei Neumaschinen als Zusatzausstattung bestellt werden.

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Marketing für Lohnunternehmer:
• Wie vermarkte ich meine Dienstleistung in veränderlichen Märkten?
• Wie grenze ich mich ab und positioniere mich im Wettbewerbsumfeld?
• Wie gewinne ich neue Kunden und setze meine Preise durch?
Udo Corleis, RADIUS MEDIA Direktmarketing, Bremen
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„Schärfen Sie das Profil Ihres Unternehmens“, lautete eine der Kernbotschaften von Udo Corleis. Der Inhaber der Medienagentur Radius-Media stellte dar, dass auch Lohnunternehmer auf gesättigten Märkten agieren und deshalb um die Aufträge ihrer Kunden werben müssen. Anhand zahlreicher Beispiele aus anderen Wirtschaftsbereichen stellte der Referent Verbesserungspotentiale für die Kundenkommunikation und die Selbstdarstellung von Lohnunternehmern vor. So empfahl Corleis, zunächst eine eigene Standortbestimmung des Unternehmens vorzunehmen, und nannte die SWOT-Analyse als besonders effektive Methode. Dabei gehe es darum, Stärken des Unternehmens zu ermitteln und sie weiter zu stärken, Schwächen zu erkennen und zu beseitigen, andererseits aber auch die Chancen, die der Markt biete, zu ergreifen und die Risiken, die damit verbunden sind, zu vermeiden. Anschließend gelte es, eine Strategie zu erarbeiten, um die eigene Position an die Kunden zu kommunizieren.

Um nun z.B. das eigene Lohnunternehmen stärker als „Marke“ zu positionieren, solle man sich fragen, ob man als Lohnunternehmer wirklich nur ein „einfacher“ Dienstleister sei, oder nicht doch besser: Z.B. ein hochspezialisierter Anbieter von landwirtschaftlichen Arbeiten, der die Probleme seiner Kunden auf technische Weise löst? Lohnunternehmer setzten schließlich Hightech-Maschinen und jede Menge Spezialwissen ein – und das gelte es den Kunden auch zu vermitteln.

Auf 1 bis 2 % vom Umsatzvolumen bezifferte Udo Corleis die Kosten für eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation – diese Faustzahl gelte in vielen Wirtschaftsbereichen. Grundsätzlich sei es teurer, einen neuen Kunden zu gewinnen als einen Altkunden zu behalten. Dementsprechend empfahl Udo Corleis, die Wechselkunden zu Stammkunden zu machen: „Intensivieren Sie den persönlichen Kontakt, binden sie den Kunden an sich.“ Aufträge frühzeitig zu vereinbaren oder individuelle Leistungspakte nannte der Referent hier als mögliche Wege.

Auch die eigene Preisgestaltung müsse stärker kommuniziert werden; es reiche nicht, nur eine Preisliste zu verteilen. Vielmehr müsse man den Kunden Qualität und Zuverlässigkeit, die hinter den Preisen stehen, vermitteln. „Wenn man den Kunden klarmacht, dass die Leistungen ihr Geld wert sind, so wird das langfristig Früchte tragen“, so Udo Corleis.

Wichtig sei es auch, zielgruppengerecht zu agieren; mit den kommunalen Kunden müsse man anders kommunizieren als mit den landwirtschaftlichen. Im landwirtschaftlichen Bereich solle man auch die Frauen als Ansprechpartner und Entscheider auf den Betrieben nicht vergessen.

Als häufigen Mangel in der Selbstdarstellung von Lohnunternehmen zeigte Udo Corleis auf, dass vor allem die eingesetzten Maschinen im Mittelpunkt stehen, nicht aber die Menschen, mit denen es die Kunden zu tun haben. Letzteres sei aber zielführender. Um Kunden vom Unternehmen zu überzeugen, sei zudem die Kreativität gefordert. Als Beispiel dafür, wie man mehr mit Überraschungen arbeiten könne, nannte Udo Corleis hier einen zur „Land-Expo“ umbenannten „Tag der offenen Tür“.

Mit Blick auf die Zukunft führte der Referent aus, dass die Präsenz und Kommunikation im Internet immer wichtiger werden. Schon in drei Jahren würden sich dank internetfähiger Handys wahrscheinlich auch die landwirtschaftlichen Kunden verstärkt über das Internet informieren und kommunizieren. Eine Begutachtung verschiedener Homepages von Lohnunternehmer zeige, dass die Selbstdarstellung oftmals noch nicht optimal gelungen sei. Einen gut gemachten Newsletter nannte Corleis in diesem Zusammenhang als effektives Mittel, um regelmäßig mit seinen Kunden zu kommunizieren.

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