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Rückschau auf Active-Seminar in Gaste (28.01.2009)

Referenten des Active-Seminars in Gaste am 28.01.2009

„Ertragspotentiale nutzen – aber wie? – unter diesem Leitthema veranstaltete Amazone am 28.01.2009 im neuen Active-Center Hasbergen-Gaste eine große Informationsveranstaltung rund um die Themen Düngung und Pflanzenschutz. Über gut 8 Stunden erlebten rund 200 Landwirte und Lohnunternehmer aus allen Teilen der Bundesrepublik eine Vielzahl aktueller und spannender Vorträge.

Die nachfolgende Liste zeigt die Vortrags-Themen und Referenten zunächst im Überblick. Klicken sie auf die Vortrags-Titel und sie gelangen zu den jeweiligen Zusammenfassungen sowie den Vortragspräsentationen.

Übersicht der Vorträge


Begrüßung und Einführung ins Seminar
Geschäftsführer Christian Dreyer (Vortrag als Power-Point-PDF downloaden? Hier klicken!)

Bei der Begrüßung der Gäste zeigte Amazone-Geschäftsführer Christian Dreyer auf, dass sich trotz unbefriedigender Erzeugerpreise und steigender Kosten sowie der vom Finanzsektor ausgehenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung mittel- und langfristige gute Perspektiven für die Landwirtschaft bieten. Agrarprodukte als Grundlage für Lebensmittel und nachwachsende Energien werden - anders als z.B. Automobile - auch in schwierigeren Zeiten immer gebraucht. Eine weiter wachsende Weltbevölkerung, knapper werdende landwirtschaftliche Nutzflächen, schwankende Margen für Erzeuger, die internationalen Märkte und (Umwelt-) politische Rahmenbedingungen nannte Christian Dreyer als die Herausforderungen der Zukunft. In der Landwirtschaft gelte es weiterhin, durch den Einsatz der richtigen Techniken und Verfahren die Kosten zu senken und die Leistungen zu steigern. Mit seinen Maschinen- und Verfahrensangeboten sieht Geschäftsführer Christian Dreyer die Amazonen-Werke auch in Zukunft als einen starken und verlässlichen Partner von Landmaschinenhandel, Landwirten und Lohnunternehmern. 

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Ertragspotentiale nutzen – aber wie? Optimierungsprozesse im Pflanzenbau praktisch umsetzen
Prof. Olaf Christen, Universität Halle (Vortrag als Power-Point-PDF downloaden? Hier klicken!)

Welche Optimierungsprozesse sich im Pflanzenbau umsetzen lassen, beantwortete der Vortrag von Prof. Dr. Olaf Christen vom Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg. Aufgehängt an der Feststellung, dass sich der durchschnittliche jährliche Ertragsanstieg von Weizen in den letzten Jahren verlangsamt hat, stellte Prof. Christen eine Vielzahl von Untersuchungsergebnissen vor, die den Einfluss von Züchtung, Klima, Bodenfruchtbarkeit, N-Düngung, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung, Fruchtfolgen und Grunddüngung beschreiben.

Züchtung, Pflanzenschutz und N-Düngung haben laut Prof. Christen nur wenig Einfluss auf die Verminderung des Ertragsanstiegs gehabt. Durchaus bedeutsam seien aber zu enge Fruchtfolgen bei gleichzeitig immer stärker reduzierter Bodenbearbeitung, ebenso wie die Entwicklung hin zu stärkeren Klima-Extremen. Eindeutig wirke sich auch die Vernachlässigung der Grunddüngung aus. Unter Berücksichtigung von Wechselwirkungen zwischen den relevanten Faktoren dürften somit z.B. Standorte mit stark verminderter Grunddüngung, immer stärker reduzierter Bodenbearbeitung bei engen Fruchtfolgen und gleichzeitiger Zunahme der Klimaextreme besonders stark von verminderten Ertragsanstiegen betroffen sein.

Für Optimierungsprozesse im Pflanzenbau sieht Prof. Christen deshalb die Schwerpunkte in einer verbesserten Grunddüngung, aber auch bei einer angepassten Bodenbearbeitung in Wechselwirkung mit der Fruchtfolgegestaltung - dies natürlich unter Beachtung der Maßnahmenkosten, der Arbeitswirtschaftlichkeit, und der Umweltaspekte. Düngung und Pflanzenschutz hingegen bieten laut Prof. Christen Möglichkeiten, noch intelligentere technische Lösungen einzusetzen (z.B. Sensoren, Informationen), um bei gleichem Mengenaufwand eine flächenspezfisch angepasste und damit noch gezieltere Wirkung zu erzielen. 

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Grunddüngung heute: Strategien eines Betriebes in Vorpommern
Dr. Jürgen Ohls, Agrargesellschaft Fahrenwalde (Vortrag als Power-Point-PDF downloaden? Hier klicken!)

Über „Grunddüngungs-Strategien eines Betriebes in Vorpommern“ referierte Dr. Jürgen Ohls, praktischer Landwirt und Gesellschafter der Agrargesellschaft Fahrenwalde, einem Marktfruchtbetrieb in der Uckermark (Standort mit durchschnittlich 450 mm Niederschlag/Jahr, Vorsommertrockenheit). Dr. Ohls fesselte die Zuhörer durch praxisbezogene Ausführungen und Tipps, von denen hier ein besonders interessanter Gedankengang exemplarisch wiedergegeben sei.

Vergleichszahlen aus den Zeiträumen von 1998 bis 2002 sowie 2003 bis 2008 zeigen für Mecklenburg-Vorpommern, dass die durchschnittlichen Erträge der wichtigsten Kulturen während der letzten fünf Jahre gesunken sind. Am deutlichsten war der Rückgang bei Silomais und Wintergerste, zwei Phosphor-sensitiven Früchten. Auf der anderen Seite zeigt ein Vergleich der Versorgungsstufen von Böden in Mecklenburg-Vorpommern, dass vor allem die Phosphor-Versorgung der Böden in den letzten Jahren schlechter geworden ist. Zum dritten konnte Dr. Ohls mit Hilfe von Schichtenbeprobungen exemplarisch auf dem eigenen Betrieb eine hohe Phosphorkonzentration in den obersten Bodenschichten von 0 bis 10 cm feststellen - bei abnehmenden Konzentrationen in den Schichten bis 30 cm Tiefe. Wenn nun eine Trockenperiode eintrete, bei der die obersten 20 cm trockenfallen, werden die Pflanzen in dieser Zeit schlecht oder gar nicht versorgt, so Dr. Ohls. Das bedeute: Nicht allein die Nährstoffversorgung sondern auch alle anderen Einflussfaktoren, welche sich auf die Nährstoffverfügbarkeit auswirken, sind zu beachten.

Im Hinblick auf die Phosphor-Verteilung innerhalb des Bodens mache es demnach Sinn, festzustellen, welche Bodenschicht gut durchfeuchtet und durchwurzelt ist, um die notwendigen Nährstoffaufnahme auch während eines trockenen Vegetationsverlaufs sicherzustellen. Mögliche Maßnahmen dazu sind, zukünftig stärker auf Schichtenbeprobungen der Böden zu setzen, eventuell zwischendurch den Pflug einzusetzen, um eine Vermischung des Phosphors zu erreichen, oder die Nährstoffe gezielter zu platzieren.

In der Zusammenfassung seines Vortrags stellt Dr. Ohls fest:
• Die Grunddüngung dient dem Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und der Ernährung von vitalen Pflanzen, die als wertvolle Lebens- bzw. Futtermittel verwendet werden.
• Nicht nur die Versorgungsstufe sondern auch die Bodenstruktur und die nutzbare Feldkapazität sind neben vielen anderen Faktoren für die Ernährung wichtig.
• Genaue Kenntnisse des Standortes (Bodens), realistische Ertragserwartungen und das Verhalten von Nährstoffen in der Pflanze bestimmen Düngermenge, -art, Zeitpunkt und das Verfahren.
• Hohe Erträge können nur dann heranwachsen, wenn viele pflanzenbauliche Parameter ebenfalls berücksichtigt werden.
• Die Düngung ist komplex und anspruchsvoll, wobei die Natur den einen oder anderen Fehler auch glättet bzw. ausgleicht. 

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Steigende Preise für Grundnährstoffe – welche Perspektiven hat die teilflächenspezifische Grunddüngung?
Arnd Kielhorn, FH Osnabrück (Vortrag als Power-Point-PDF downloaden? Hier klicken!)

Welche Perspektiven sich durch eine teilflächenspezifische Grunddüngung eröffnen, beantwortete der Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Arnd Kielhorn von der Fachhochschule Osnabrück. Nach seinen Worten lassen stark schwankende Erzeugerpreise sowie schwankende bzw. steigende Preise für Düngemittel, die Heterogenität der Ackerflächen und die Tatsache, dass entsprechende Technologien verfügbar sind, die teilflächenspezifische Grunddüngung immer interessanter werden.

Technische Voraussetzungen sind eine GPS-Anbindung des Traktors in Kombination mit einem Bordterminal, ein Streuer samt Jobrechner für die Regelung sowie entsprechende Software auf dem PC. Während Technik und Terminal meist leicht zu erlernen und zu bedienen seien, liege die große Herausforderung vor allem im Know How zum Umgang mit der Software, um die richtigen teilflächenspezifischen Ausbringdaten in eine Applikationskarte hineinzubringen.

Voraussetzung dafür sei zunächst, räumlich differenzierte Daten und Informationen über den Boden, die Bodenart und die Verteilung der Nährstoffe auf der Fläche zu erheben. Dafür reiche es nicht, wie bisher bei der schlageinheitlichen Düngung nur Mischproben zu ziehen, vielmehr seien räumlich differenzierte Bodenbeprobungen und -untersuchungen erforderlich.
Man brauche Daten aus der Ertragskartierung (z.B. im Mähdrescher), um den tatsächlichen Nährstoffentzug der Pflanzen zu berücksichtigen, weil die Erträge innerhalb einer Fläche mit großen Spannweiten schwanken. Bei diesen Ertragskartierungen, die die Entzugssituation teilflächespezifisch darstellen, sei es sehr wichtig, dass der Anwender sie auf ihre Plausibilität hinterfrage.

Um mögliche ökonomische oder pflanzenbauliche Vorteile der teilflächenspezifischen Düngung darzustellen, vergleicht Kielhorn die Auswirkungen von drei Strategien bei der Grunddüngung. Strategie I ist die traditionelle, schlageinheitliche PK-Düngung nach Empfehlung der LWK Niedersachsen. Strategie II ist eine teilflächenspezifische PK-Düngung, wobei innerhalb der Teilflächen die Empfehlung der LWK Niedersachsen berücksichtigt wurde und Strategie III wie Strategie II ausgelegt wurde, wobei hier die maximalen PK-Mengen auf Basis des Durchschnittsertrags (Maximalwert entspricht dem einheitlichen Wert von Strategie I) limitiert sind.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Strategie II nur zu geringfügig niedrigeren durchschnittlichen Ausbringmengen pro ha führte als die Strategie I. Innerhalb der Fläche aber führte sie zu einer räumlichen Umverteilung mit großen Spannweiten, so dass man hier von einer pflanzenbaulichen Optimierung und dementsprechend Mehrerträgen ausgehen kann. Strategie III mit der Deckelung der Höchstmengen führte zu einer Verminderung der durchschnittlichen Ausbringmengen und somit zu einer Einsparung von Düngemitteln. 

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Neue EU-Richtlinien im Pflanzenschutz – was kommt auf die Betriebe zu?
Dr. Doris Ahlers, Freie Agrarjournalistin (Vortrag als Power-Point-PDF downloaden? Hier klicken!)

Dr. Doris Ahlers, freie Agrarjournalistin und Fachfrau im Bereich Pflanzenschutz, beleuchtete die Auswirkungen der neuen EU-Richtlinien, die das Europäische Parlament am 13.01.2009 als so genanntes „Pflanzenschutz-Paket“ beschlossen hat. Zu diesem Paket zählt eine neue EU-Pflanzenschutz-Zulassungsverordnung, die das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln regelt, und voraussichtlich am 01.01.2011 unmittelbar sowie ohne Umwandlung in nationales Recht in den Mitgliedstaaten wirksam wird. Zweite Neuregelung ist die EU-Richtlinie für den nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die 2013/14 in Kraft treten wird, und zuvor in nationales Recht umgewandelt werden muss. Hier bestehen für die Landwirtschaft noch Möglichkeiten, auf die nationale Ausgestaltung Einfluss zu nehmen.

Als wichtigste grundsätzliche Änderung der neuen EU-Zulassungsverordnung, so Dr. Ahlers, werden zukünftig - anstelle konkreter Risiken bei der praktischen Anwendung - die gefahrenbedingten Ausschlusskriterien (cut-off-Kriterien) für konzentrierte Wirkstoffe beurteilt. So soll der Einsatz von Wirkstoffen, die potenziell als gesundheits- oder umweltschädigend eingestuft werden, verboten werden, und zwar ohne Berücksichtigung der Mengen, die tatsächlich in der Umwelt und beim Verbraucher ankommen. Laut Einschätzung des BVL könnten somit zukünftig etwa 10 % der heute zugelassenen 252 Wirkstoffe wegfallen. Als weitere Änderung sieht die neue Zulassungsverordnung die verpflichtende gegenseitige Anerkennung nationaler Zulassungen vor. Es werden drei Zonen geschaffen, innerhalb derer die gegenseitige Anerkennung angestrebt wird. Weiterhin soll eine gegenseitige Anerkennung über diese Zonen hinweg möglich gemacht werden.

Neben Regelungen zum Parallel-Handel, einer Positivliste für Safener/Synergisten und einer Negativliste für Beistoffe sieht die EU-Zulassungsverordnung schließlich eine „Vergleichende Bewertung = Substitution von Wirkstoffen“ vor. Dahinter steht die Absicht, Pflanzenschutzmittel, die unter die cut-off-Kriterien fallen, im Rahmen der Zulassung auf nationaler Ebene zu ersetzen, sobald günstigere Stoffe da sind. Mittel, die z.B. eine höhere Toxizität oder geringerer Abbaugeschwindigkeiten als andere Substanzen aufweisen, könnten dann durch die günstigeren Mittel ersetzt werden.

Bei der zweiten Neuregelung durch das Europäische Parlament, der „EU-Rahmenrichtlinie zur nachhaltigen Nutzung von Pflanzenschutzmitteln“, so führte Dr. Doris Ahlers weiter aus, gelten ähnliche Ziele wie bei der Zulassungsverordnung: Risikoreduktion beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Mengenreduktion für cut-off- Wirkstoffe, nationale Aktionspläne mit dazu gehörigen Zielvorgaben, ein Verbot der Pflanzenschutzmittelausbringung aus der Luft, außerdem Regelungen zum Pflanzenschutzmittel- Einsatz z.B. in FFH- und Vogelschutzgebieten, an Gewässern und in besonders sensiblen Gebieten. Es ist zu erwarten, dass auf Basis der EU-Rahmenrichtlinie u.a. Ziele für Anwender, Umwelt und Verbraucherschutz neu formuliert werden.

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"Reicht die Hälfte?“ – Möglichkeiten und Grenzen der Einsparung von Pflanzenschutzmitteln im Ackerbau
Dr. Gerhard Bartels, ehemaliger Leiter des Instituts für Pflanzenschutz der BBA (Vortrag als Power-Point-PDF downloaden? Hier klicken!)

„Reicht die Hälfte?“ fragte Dr. Gerhard Bartels, ehemaliger Leiter des Instituts für Pflanzenschutz der BBA, im Titel seines Vortrages und ging damit auf die Möglichkeiten und Grenzen der Einsparung von Pflanzenschutzmitteln im Ackerbau ein. Dr. Bartels erklärte zunächst Hintergründe und Ziele der Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes in Deutschland und erläuterte in diesem Zusammenhang die Entstehung und Bedeutung der Begriffe „notwendiges Maß“ sowie „Behandlungsindex“. Darauf aufbauend ging es um die Frage, ob sich der Pflanzenschutzmittelaufwand langfristig unter das derzeitige Niveau der guten fachlichen Praxis senken lässt.

Dazu berichtete Dr. Bartels über langjährige Großversuche, welche die ehemalige BBA (das heutige JKI-Institut) 2003 in Niedersachsen und Brandenburg angelegt hatte. Hauptziel der Versuche war, unter Praxisbedingungen aufzuzeigen, wie sich eine Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes langjährig auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt. Im Vergleich standen dabei vier Varianten: Eine unbehandelte Variante sowie eine Variante „Basisstrategie“, die der guten fachlichen Praxis entsprach, regionale Beratungsempfehlungen zugrunde legte und die aktuellen Maßnahmen je nach Befall festlegte. Eine weitere Variante „Basisstrategie -25“ hatte das Ziel, den Pflanzenschutzmitteleinsatz um 25 % zu reduzieren, wobei Prognosemodelle und Expertensysteme berücksichtigt wurden. Vierte Variante war die „Basisstrategie -50“, die eine generelle Reduktion des Pflanzenschutzmitteleinsatzes um 50 % über alle Anwendung vorsah.

Im Anschluss an eine Vielzahl von Versuchsergebnissen formulierte Dr. Bartels daraus ein klares Fazit: Die Hälfte des derzeitigen Pflanzenschutzmitteleinsatzes reicht auf keinen Fall, um wirtschaftlich Ackerbau zu betreiben. Es kommt zu Wirkungsverlusten, mangelnden Bekämpfungserfolgen, Resistenzbildungen und steigenden Behandlungs-Folgekosten. Das bringt zugleich deutlich sinkende Erträge mit sich - bei Gerste und Rüben bis zu 55 %, bei Roggen bis zu 20 %.

Als Alternativen zur linear reduzierten Verringerung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes führte Dr. Bartels schließlich u.a. die Erweiterung zu enger Fruchtfolgen sowie den Einsatz resistenter Sorten auf. So könne man unter optimalen Bedingungen durch eine Fruchtfolge „2 x Getreide und 1 x Blattfrucht“ bis zu 30 % bei Pflanzenschutzmitteln einsparen. Das höchste Einsparpotential biete hier der Anbau von Weizen nach Rüben bzw. Raps, am wenigsten lasse sich beim Anbau von Rüben sparen. Optimale Bedingungen bedeute in diesem Zusammenhang eine intensive Beobachtung und Beratung, und so sah es Dr. Bartels als kontraproduktiv an, wenn die Beratung im Moment generell zurückgeführt werde. Das Reduktionspotential durch Sortenresistenz bezifferte Dr. Bartels auf 25 %, im Einzelfall bei niedrigem Befallsdruck seien sogar bis zu 50 % möglich.

Sorgen angesichts der aktuellen Entwicklungen formulierte Dr. Bartels im Hinblick auf die notwendige Vielfalt von Pflanzenschutzmitteln. Wenn nicht mehr eine ausreichend große Palette von Wirkstoffen zur Verfügung stehe, dann werde jede Diskussion über Einsparungen zur Theorie. Man brauche die Vielfalt u.a., um auf Resistenzen reagieren zu können. Auch er forderte die Zuhörer auf, sich aktiv dafür einzubringen, dass die Zulassungsbestimmungen nicht noch weiter verschärft werden.

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GPS-gestütztes Gerätemanagement: Praktiker bewerten Komfort und Einsparpotential von Betriebsmitteln
Steffen Walther, Amazone-Produktmanager (Vortrag als Power-Point-PDF downloaden? Hier klicken!)

Auch die Applikationsqualität ist wichtig, wenn es darum geht, Ertragspotentiale optimal zu nutzen. Hierzu stellte Amazone-Produktmanager Steffen Walther die Technik des neuen GPS-Switch von Amazone vor, einer GPS-basierten, vollautomatischen Steuerung von Feldspritzen und Düngerstreuern, welche die relevanten Teilbreiten abschaltet, sobald eine Überlappung erfolgt. Kombinieren kann man GPS-Switch mit allen Amatron+ gesteuerten Feldspritzen, einschließlich des Selbstfahrers SX, ebenso wie mit Düngerstreuern, die mit einem hydraulischen Streuscheibenantrieb ausgerüstet sind.

Voraussetzung für die Arbeit mit GPS-Switch ist u.a. ein GPS-Anschluss. Dafür gibt es wahlweise ein Komplettsystem von Amazone, ebenso können andere bereits auf dem Betrieb vorhandene Systeme angebunden werden. Hierzu stellte Walther eine Liste der Geräte vor, die in Kombination mit GPS-Switch genutzt werden können.

In der bevorstehenden Saison kommt GPS-Switch das letzte Mal in einer kleinen Vorserie zum Einsatz. Wenn diese Saison erneut gut läuft, wird es in Serie angeboten. So leitete Steffen Walther zu den Vorträgen der Praktiker Wilhelm-Josef Schäfer und Torsten Reim über, die bereits mit GPS-Switch-Ausrüstungen aus der Vorserie arbeiten.
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Praktische Erfahrungen mit GPS-Switch I
Wilhelm-Josef Schäfer, Landwirt (Vortrag als Power-Point-PDF downloaden? Hier klicken!)

Wilhelm-Josef Schäfer bewirtschaftet einen Ackerbaubetrieb in der nördlichen Voreifel. Die Ackerflächen umfassen 350 ha mit 43 Teilschlägen. Wilhelm-Josef Schäfer setzt GPS-Switch an einer 28 m-Anhängespritze UX 4200 und einem 28 m-Düngerstreuer ZA-M Hydro ein. Im Vortrag stellte er seinen Betrieb vor und berichtete über die Erfahrungen mit GPS-Switch.

Mit GPS-Switch zu arbeiten bedeutet auf dem Betrieb Schäfer eine Verminderung von Überlappungen, die einer Fläche von ca. 4,5 ha entsprechen. Bei N-Dünger- und Pflanzenschutzkosten von ca. 320,- €/ ha seien somit Einsparungen von 1.440- €/Betrieb und Jahr sicher möglich. Werde zusätzlich ein kleiner Teil der Fläche (ca. 100 ha) nachts mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, so seien sicherlich noch einmal Einsparungen von ca. 800,- € möglich, beschrieb Wilhelm-Josef Schäfer die Kostenvorteile. Zudem werde die Schlagkraft erhöht, die Festkosten könnten reduziert werden. Eine exaktere Düngung und Pflanzenschutz führten auf jeden Fall auch zu höheren Erträgen. Für den Fahrer bringe GPS-Switch eine enorme Arbeitserleichterung und Entlastung mit sich. Das Fazit von Wilhelm-Josef Schäfer: GPS-Switch würde ich sofort wieder kaufen. 

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Praktische Erfahrungen mit GPS-Switch II
Torsten Reim, Landwirt (Vortrag als Power-Point-PDF downloaden? Hier klicken!)

Torsten Reim bewirtschaftet einen 210 ha Ackerbaubetrieb im Taunus und führt auf ca. 130 ha Lohnarbeiten im Pflanzenschutz durch. Er setzt GPS-Switch an einer Anbau Spritze UF 1801 in Kombination mit einem Fronttank ein und kommt so auf ein Behältervolumen von insgesamt 3.230 Liter. Als Vorteile von GPS-Switch führt Torsten Reim u.a. auf: Die Entlastung des Fahrers durch die freie Hand, Zeitersparnis (geringere Überlappung), Kostenersparnis (geringerer Pflanzenschutzmittel und Düngereinsatz), keine Pflanzenschäden durch Doppelbehandlungen (z. B. Ammonium-Harnstoff-Lösung AHL). Das System sei nach kurzer Eingewöhnungszeit leicht zu bedienen. Die Möglichkeiten der Einsparungen seien umso größer, je kleiner und verwinkelter die behandelten Flächen sind. 

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Autonome Feldroboter: Nur Spielerei oder doch Zukunft? Das Projekt BoniRob
Dr. Florian Rahe, Vorentwicklung Amazone (Vortrag als Power-Point-PDF downlaoden? Hier klicken!)

Mit der Fragestellung „Autonome Feldroboter: Nur Spielerei oder doch Zukunft?“ stellte Dr. Florian Rahe von Amazone das aktuelle Entwicklungsprojekt „BoniRob“ vor. Ziel ist des Projekts ist die Entwicklung eines autonomen Fahrzeugs ("Feldroboter"), das in Reihenkulturen die Einzelpflanzen automatisch erkennen, deren Positionen speichern und Bonituren durchführen kann. An dem vom BMELV/BLE geförderten Projekt sind die Fachhochschule Osnabrück, die Robert Bosch GmbH sowie die Amazonen-Werke als Projektpartner beteiligt. Kooperative Partner sind die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft DLG e.V., die Gemeinschaft zur Förderung der privaten Deutschen Pflanzenzüchtung e.V. (GFP) und die Fritzmeier Systems GmbH & Co. KG.

Während die bisherigen Forschungsarbeiten rund um die Feldroboter vor allem auf die Reihennavigation abzielten, soll BoniRob auch auf kleinen Versuchsfeldern navigieren können; er verfügt außerdem über eine Sensorik und kann seine Arbeiten kartieren und dokumentieren. So wird man zukünftig mit BoniRob die Einzelpflanzen betrachten, dabei Wachstumszustände überprüfen oder zum Beispiel Pflanzenmassen bestimmen, während sich bisher die Pflanzenbestände nur als Ganzes oder teilflächenspezifisch begutachten lassen. Mit der Möglichkeit einer automatischen Erfassung von Messdaten vieler Einzelpflanzen stellt BoniRob insbesondere für die Pflanzenzüchtung einen großen Innovationssprung dar, weil so eine deutlich größere statistische Grundlage für die Züchtung geschaffen werden kann

Im Zuge des Projekts werden zunächst zwei Roboterfahrzeuge gebaut, die auf Mais- und Weizen-Versuchsflächen arbeiten sollen. Dr. Rahe stellte die grundsätzlichen Funktionsweisen von Fahrzeug, Navigation und Agrosensorik vor. So kommt eine einfache GPS-Navigation in Kombination mit einer probabilistischen Navigation zum Einsatz, bei der Agrosensorik wird mit Spectral Imaging-Technologien gearbeitet. Die Ausgestaltung des Fahrgestells bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, u.a. verstellbare Bodenfreiheiten zwischen 40 und 80 cm, Spurbreiten zwischen 75 und 200 cm und eine Schnellwechselvorrichtung für die Sensortechnik.

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