Einleitung

Im Vegetationsjahr 2025 wurde auf Gut Wambergen ein Körnermaisversuch im Controlled Row Farming (CRF) angelegt. Untersucht wurden verschiedene Verfahren der chemischen und chemisch-mechanischen Unkrautkontrolle. Weitere Themen waren die Bestandesetablierung von Begleitsaaten, Ertrag und Wirtschaftlichkeit. Ziel des Versuchs war es, die Funktionsweise der im CRF angewandten Verfahren zu evaluieren und Handlungsempfehlungen für den praktischen Einsatz abzuleiten. Die vorherige Zwischenfrucht war in den der CRF-V1-Variante ein Weißklee, welcher bereits in der Vorfrucht Winterweizen als Begleitsaat etabliert wurde. In den weiteren Varianten war die Zwischenfruchtmischung TerraLife MaisPro 30 TR gesät worden (Zwischenfruchtversuch Amazone).

Aussaat und Versuchsanlage

Die Aussaat des Körnermaises erfolgte am 25.04.2025 mit einer 6 m Precea 6000-2FCC und dem FTender 2200 zur Unterfußdüngung. Die Sorte DSV Rafting wurde mit 9 Körnern/m² ausgesät. Dabei wurden die CRF-Varianten mit 50cm Reihenweite gesät und die konventionelle Variante auf 75cm Reihenweite.

Anfang Juni wurde die Begleitsaat mit einer auf der Hacke aufgebauten Greendrill ausgebracht. In der Variante CRF V1 kam die Mischung Zea Pro, in CRF V3 die Mischung Soil Protect zum Einsatz. Die Begleitsaaten sollten die Unkrautunterdrückung unterstützen, die Bodenoberfläche beschatten und eine stabilere Nährstoffdynamik ermöglichen.

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Die Gülleausbringung war am 11.06.2025 in den bestehenden Maisbestand in BBCH 16. Der Mais lief in allen Varianten gleichmäßig und ohne nennenswerte Beeinträchtigungen auf.

Die Ernte des Körnermaises ist mit einem Claas Trion und einem Pflücker des Hersteller Capello erfolgt. Die Reihenweite des Pflückers war 75cm.

Bestandesentwicklung und Unkrautkontrolle

Die mechanische Unkrautregulierung wurde mit der Hacke durchgeführt und durch eine integrierte Bandspritzung mit einem FT-P1500 ergänzt. Die Unkrautunterdrückung war in allen Varianten sehr gut, wobei die Kombination aus Bandbehandlung und Hacke auf dem gleichen Niveau lag wie die vollflächige Herbizidapplikation. Durch die Bandapplikation konnte die ausgebrachte Herbizidmenge um 50% reduziert werden. In den Hackvarianten wurden später abreifende Restpflanzen beobachtet, was vermutlich auf eine stärkere Mineralisation durch die Bodenbewegung zurückzuführen ist.

Die Begleitsaat hatte aufgrund der schwierigen Etablierungsbedingungen nur begrenzten Einfluss auf die Bestandesentwicklung. Die spätere Ausbringung der Gülle mit ausbleibenden Niederschlägen führte dazu, dass die Begleitsaaten sich nicht etablieren konnten.  

Erträge

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Die Ertragsmessungen zeigten Unterschiede zwischen den Verfahren. Die Variante CRF V1 erzielte mit 104,8 dt/ha bei 14 % Kornfeuchte den höchsten Ertrag. Hier wirkten die intensive Bodenbearbeitung, die Hackeinsätze sowie die gute Vorfruchtwirkung der Weißklee-Zwischenfrucht positiv auf die Nährstoffverfügbarkeit und damit auf die Entwicklung des Maises.

Die Varianten CRF V2 und CRF V3 lagen unter dem Ertrag des konventionellen Verfahrens. Neben der fehlenden Begleitsaatentwicklung beeinflussten auch höhere Ernteverluste die Ergebnisse. Durch die 50-cm-Reihenweite des Maises und den Einsatz eines für 75 cm ausgelegten Maispflückers traten 2–3 % Mehrverluste auf, die sich direkt im Ertrag niederschlugen.

Wirtschaftlichkeit

Aufgrund eines niedrigen Erzeugerpreises von 19 €/dt fielen die Deckungsbeiträge insgesamt verhalten aus.

  • CRF V1 erzielte mit 64 €/ha den höchsten Deckungsbeitrag.
  • CRF V3 lag mit –41 €/ha am niedrigsten.

Die mechanische Unkrautregulierung führte zu geringeren Pflanzenschutzkosten. Dem standen allerdings höhere Aufwendungen für Saatgut der Begleitsaaten sowie teureren Hackanwendung gegenüber. Die Trocknungskosten variierten in Abhängigkeit der erzielten Erträge.

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Fazit

Der Versuch verdeutlicht, dass CRF in der Körnermaisproduktion grundsätzlich funktionsfähig ist und eine Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes möglich ist. Die Kombination aus Bandspritzung und mechanischer Hacke erreichte eine Unkrautunterdrückung auf dem Niveau einer flächigen Herbizidstrategie. Entscheidend für den weiteren Erfolg des Systems ist jedoch die zuverlässige Etablierung der Begleitsaaten. Hier müssen Aussaattermin, Güllemanagement weiter optimiert werden.

Die Ertragsunterschiede zwischen den Verfahren zeigen, dass CRF unter günstigen Bedingungen Ertragsvorteile erzielen kann, wie in CRF V1 deutlich wurde. Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass technische Aspekte – etwa die Kompatibilität von Reihenweiten und Erntetechnik – maßgeblich zur Leistungsfähigkeit des Systems beitragen.